Warum wir keine KI-Texte für unsere Bücher verwenden

Warum wir keine KI-Texte für unsere Bücher verwenden Warum wir keine KI-Texte für unsere Bücher verwenden

Ich sage es ganz offen: Es wäre einfacher gewesen. Ein paar Stichwörter in ein Programm tippen, kurz warten, und das Kinderbuch ist fertig. Viele machen das inzwischen genau so, und technisch funktioniert es erstaunlich gut. Die Texte klingen sauber, die Grammatik stimmt, die Struktur sitzt.

Trotzdem sitzen bei uns echte Menschen am Schreibtisch. Warum wir uns das antun, möchte ich hier kurz erklären.

Wenn du deinem Kind ein Mutmachbuch schenkst, dann meistens nicht einfach so. Vielleicht steht die Einschulung bevor und dein Kind ist nervös. Vielleicht ist es gerade in einer Phase, in der es sich ständig mit anderen vergleicht und sich dabei zu klein fühlt. Genau in solchen Momenten soll die Geschichte ankommen – abends im Bett, wenn alles still ist und die Gedanken laut werden. Ein Text, der nur korrekt und logisch aufgebaut ist, reicht dafür nicht. Da muss jemand geschrieben haben, der weiß, wovon er erzählt.

Unsere Autorinnen und Autoren wissen es. Sie erinnern sich noch daran, wie sich Lampenfieber vor einem Referat anfühlt oder das Gefühl, auf dem Pausenhof nicht dazuzugehören. Eine KI kann tausende Kinderbücher auswerten und daraus etwas Neues zusammensetzen, das ist durchaus beeindruckend. Aber sie hatte noch nie Herzklopfen. Ich bin überzeugt, dass Kinder diesen Unterschied spüren, auch wenn sie ihn nicht benennen können. Sie merken, ob eine Geschichte sie ernst nimmt.

Deshalb entstehen unsere Geschichten langsamer, als es sein müsste. Unsere Autorinnen und Autoren überarbeiten jede Geschichte mehrfach. Sie lesen Dialoge laut vor, um zu hören, ob ein Kind wirklich so sprechen würde. Sie streichen Szenen, schreiben sie neu und verwerfen sie manchmal wieder, weil ein einziger schiefer Satz den Ton verderben kann. Das kostet Zeit, keine Frage. Aber es ist der Teil unserer Arbeit, an dem wir nicht sparen wollen.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Wir verteufeln KI nicht. Im Hintergrund hilft uns Technologie an vielen Stellen, bei der Organisation, bei Abläufen und Prozessen. Nur bei der Geschichte selbst, also bei dem, was dein Kind am Abend vorgelesen bekommt, ziehen wir eine klare Grenze. Dort gehört für uns ein Mensch hin, mit eigenen Erinnerungen und eigenen Zweifeln.

Denn Mut entsteht nicht aus perfekten Formulierungen, sondern aus dem Gefühl, verstanden zu werden. Und das kann nur jemand vermitteln, der es selbst kennt.

Wenn du ein Mutmachbuch kaufst, unterstützt du also echte menschliche Arbeit. Dafür möchte ich mich, auch im Namen unseres ganzen Teams, bei dir bedanken.

Dein Markus Steindl
Gründer und Geschäftsführer bei mutmachbuch.com